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[Talk] Feministische Spekulationen. Ethnographische Fiction als Wissensvermittlung

  • 7. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

Was, wenn ethnographisches Schreiben nie nur beschreibt, sondern immer auch interveniert?

Was, wenn Spekulation kein Randphänomen, sondern ein grundlegender Bestandteil ethnographischer Wissensproduktion ist?


Morgen spreche ich im Rahmen der PRANA-Konferenz (Posthumanist Research and Narratology) über:


🎤 „Feministische Spekulationen. Ethnographische Fiction als Wissensvermittlung“


📅 Freitag, 8. Mai 2026

🕙 11:00 - 12:00 Uhr

💻 online

📩 Link via PN


Während multiple Krisen die Welt fest im Griff haben und generative KI den Pace des Publikationswahns erhöht, ist die Wissenschaft darauf angewiesen, neue, direktere Wege der Wissenschaftskommunikation zu finden, die über die traditionellen Vorträge und Berater:innentätigkeiten hinausgehen. Dabei bietet es sich auf kreatives Schreiben und spekulative Erzählformen zurückzugreifen, die sichtbar machen, was Ethnographien seit jeher auszeichnet: die produktive Gratwanderung zwischen empirischer Erkenntnis und Fiktion.


Der Vortrag nimmt dies zum Anlass, nach einem kurzen Exkurs zu feministischer Spekulation und dem sogenannten speculative turn in den qualitativ forschenden Wissenschaften die Anthologie Klimageschichten vorzustellen. Als erste deutschsprachige Publikation dieser Art versammelt sie Beiträge von Ethnograph:innen, die auf Grundlage ihrer Forschungsergebnisse spekulative Narrative über mögliche Welten im Zeichen des Klimawandels entwerfen. Der Vortrag zeigt, wie ethnographische Fiction als Methode der Wissensvermittlung neue Perspektiven auf Forschung, Verantwortung und Zukunft eröffnet.


Im Vortrag plädiere ich dafür, die spekulativen und intervenierenden Dimensionen ethnographischen Arbeitens bewusster auszurichten - insbesondere im Kontext von Climate Fiction (CliFi), feministischen Spekulationen und dem sich anbahnenden Speculative Turn. Dabei diskutiere ich, inwiefern wir uns möglicherweise auf eine Art Writing Culture Debatte 2.0 zubewegen — und wie spekulative Narrative bewusst intervenieren, irritieren und alternative Zukünfte imaginieren können. Dabei stelle ich auch unser Buch "Klimageschichten" (edition assemblage, 2024) vor.


Feminist Speculations. Ethnographic Fiction as Knowledge Transfer

While multiple crises have the world firmly in their grip and generative AI accelerates the pace of publication frenzy, academia is increasingly dependent on finding new, more direct forms of science communication that go beyond traditional lectures and advisory roles. In this context, turning to creative writing and speculative narrative forms offers a productive approach, as these make visible what ethnographies have always been characterized by: the productive balancing act between empirical knowledge and fiction.


Taking this as a point of departure, the talk introduces the anthology Klimageschichten following a brief excursus on feminist speculation and the so-called speculative turn in qualitative research. As the first German-language publication of its kind, the anthology brings together contributions by ethnographers who, based on their research findings, develop speculative narratives of possible worlds shaped by climate change. The talk demonstrates how ethnographic fiction, as a method of knowledge transfer, opens up new perspectives on research, responsibility, and the future.

 
 
 

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